
„Gesundheit ist Reichtum.
Innerer Friede ist Glück.
Yoga zeigt einen Weg.“
Swami Vishnudevananda
„Grundsätzlich gilt: Yoga wirkt als Ganzes (…). Yoga ist kein Wundermittel, aber, wer regelmäßig Yoga übt, hat eine geringere Wahrscheinlichkeit für Beschwerden, regeneriert und heilt schneller. (…) Warum? Studien zeigen, dass alle Teile des ganzheitlichen Yoga wirken: Die Tiefenentspannung, die Atemübungen, die Asanas, die Meditation und das positive Denken, all das wirkt.“
(aus: Yoga bei besonderen Beschwerden. 11. Auflage. Berufsverband der Yoga Vidya Lehrer/innen e.V.. S. 7)
→ Krankenkassen subventionieren Hatha Yoga als Präventionskurs!
Es ist wichtig, sich mit seinem eigenen Körper und Geist zu beschäftigen.
Wenn wir geboren werden, atmen wir mit der natürlichen Bauchatmung. Wir stehen der Welt offen und neugierig gegenüber, ohne Vorurteile und Ängste. Wir sind begierig, die Welt und auch unseren eigenen Körper mit all seinen Möglichkeiten spielerisch kennenzulernen. Auch sind wir neugierig auf unsere Umwelt.
In unseren ersten Lebensjahren findet eine wahnsinnig schnelle und intensive Sozialisierung statt. Um uns zurechtzufinden und unseren eigenen Platz in der Welt zu erobern und zu sichern, um Anerkennung und Liebe zu bekommen, wickeln wir unser Selbst immer weiter ein. So vergessen wir Stück für Stück ein bisschen von uns selbst. Häufig nehmen wir in Kauf mehr Zeit als es gut ist hierfür zu investieren. Damit geht einher, dass wir zu wenig Zeit für uns selbst nehmen. Wenn man jung ist, hat man häufig noch ausreichend Energie und Kraft, um diesen Kraftakt zu schaffen. Doch diesen Raubbau kann man nicht konstant durchhalten. Der Körper meldet sich meist relativ schnell und macht uns darauf aufmerksam. Doch dies wird häufig erstmal als Wehwehchen abgetan. Man macht weiter. Oft bis es nicht mehr so weitergeht und man ernsthaftere Probleme oder sogar Verletzungen aufläuft. Auch kann man es psychisch einfach nicht mehr schafft. Wir leben mehr im Kopf, als in unserem Körper.
Es geht aber auch anders, wenn man sich dieser Abwärtsspirale bewusst wird und anfängt, sich wieder bewusster Zeit für sich zu nehmen, in der man für sich sorgt. Zeit für eine körperliche Aktivität, Zeit für sein geistiges Wohlbefinden, Zeit für eine Pause, etc.
Und hier kommt Yoga ins Spiel. Yoga ist ein ganzheitliches System, dass sich um Körper, Geist und Seele kümmert. Es sind weit mehr als nur die körperlichen Haltungen (Asanas), so wie wir es hier im Westen bei uns adaptiert haben. Zwar kräftigen und dehnen wir uns viel in einer Yogastunde. Hierbei achten wir konstant auf den eigenen Atem, die eigene Haltung, die eigenen Gedanken. Konzentration und dabei, neben bewusster Anspannung, auch bewusste Entspannung.
Dies sind die Gründe, warum die Krankenkassen die Teilnahme an Yogastunden als sinnvoll erachten und unterstützen. Sie sehen den präventiven Nutzen für jeden. Egal wo man gerade steht. Ob man sich gerade fit und gesund oder eher schwach und krank fühlt. Ob man gerade glücklich ist oder eher traurig-depressiv. Ob man alt oder jung ist. Ob man Frau oder Mann ist. Yoga ist ein Weg, auf den man sich begibt, und weist mögliche Richtungen an. Was ist gut für mich? Was sind meine Ziele? Wie kann ich ihnen ein Stück weit näher kommen?
Wir begeben uns auf einen achtsamen Weg – mit viel Offenheit gegenüber möglichen Ergebnissen. Jeder in seinem/ihren eigenen Tempo, der eigenen Art und Weise. Manchmal geht es vorwärts, manchmal stagniert man und häufig, wenn man gar nicht mehr damit rechnet, entwickelt man sich weiter.
Hierbei helfen uns die beiden Qualitäten Abhyāsa und Vayrāgiā
→ Abhyāsa – Übung mit Hingabe – beharrlich, nicht nachlassend
→ Vayrāgiā – Übung mit einer innerer Freiheit, losgelöst von den eigenen Wünschen
Diese Qualitäten ermöglichen sie eine ausgewogene Praxis. Wenn man beharrlich, losgelöst von Erfolgszielen Yoga praktiziert, kann man dem Wesen von Yoga näher kommen:
„Yogaś citta-vṛtti-nirodhaḥ“ (Sutra 1.2 Yoga Sutra von Patanjali)
→ Yoga ist das zur Ruhe bringen der Bewegungen des Geistes.
Hatha Yoga bedeutet, das innere Gleichgewicht wieder herzustellen. Der Begriff „Ha“ (Sonne) und „Tha“ (Mond) symbolisiert die Harmonisierung von Gegensätzen, was es zu einem ganzheitlichen Ansatz macht, der Achtsamkeit und Selbstwahrnehmung schult.
Schaut man sich alte Weisheiten hier bei uns an, so kann man Ähnliches finden.
„In sich selbst ruhen.“
„Mit sich selbst im Reinen sein.“
„Erkenne dich selbst.“(griechisches Sprichwort)
Zurück zu den Krankenkassen. Sie unterstützen gerne ihre Mitglieder, wenn sie sich selber aktiv darum kümmern, wieder mit sich selbst im Reinen zu sein. Körperlich und geistig kräftiger, stabiler und geerdeter, so dass einem nicht mehr alles so schnell umhaut. Dass sie ihren Alltag positiv bewältigen können. Dass ihr Körper und Geist gut versorgt sind, sie stets „gesünder“ werden. Durch Bewegung, Ernährung und einer inneren positiven zielgerichteten Haltung.
Dann führt Yoga zu Entspannung und Stressreduktion.
Ob Hatha Yoga der einzig richtige Weg ist? Das muss jeder für sich selber entscheiden. Meist ist er ein wichtiger Baustein von vielen im eigenen System in Kombination mit anderen Gedanken und Aktivitäten und Einstellungen. Ziel ist wie gesagt eine ganzheitliche Herangehensweise.
Das Schöne beim Yoga ist, dass es jeder machen kann. Die Frage ist nicht, ob man Yoga machen kann oder nicht. Die Frage ist „Wo ist mein Ausgangspunkt – mein Startpunkt?“, der angibt, wie und wie intensiv man Yoga praktizieren sollte/kann. Denn jede*r kann Yoga machen.
Wenn du mit einem Yoga-Präventionskurs startest, nimm gerne folgende Punkte mit in den Unterricht:
– Der Yoga ist für dich da was heißt, du solltest ihn so für dich anpassen, dass es sich für dich gut anfühlt. Während der Praxis und auch danach. Hierbei ist dein gleichmäßiger ruhiger Atem ein wichtiger Lehrmeister, auf den du unbedingt hören solltest. Gehe in allem nur soweit mit, wie du noch gut durchatmen kannst und deinen Atem fließen lassen kannst. Lieber jeden Tag etwas Yoga, als einmal in der Woche alles geben wollen.
– Deine Yogalehrerin reicht dir nur Hilfen und Möglichkeiten an. Gehe ins Fühlen, was für dich in dem Moment sich richtig anfühlt.
– Andere Teilnehmer können evtl. mehr oder weniger als du. So ist es immer im Leben und wird es auch immer bleiben. Irgendjemand kommt immer höher, weiter oder weiß mehr. Das ist aber für deine Praxis nicht entscheidend. Du selbst bist entscheidend. Vergleiche dich also bitte nicht mit andern, sonders gehe ins Fühlen in dich hinein.
– Sorge gut für dich, fordere dich aber auch gerne mal heraus! Vielleicht entdeckst du – wie damals als Kind – wieder Neues/Altes an/in dir, was dir Freude macht. Yoga kann so auch ein spielerisches Ausprobieren mit Spaß und Freude werden.
– Wie geht es dir nach dem Yoga? Nimm diese Erkenntnisse mit in deine nächste Yogastunde.
– Achtung: Manchmal kann Yoga genau das erst unangenehm triggern, weswegen du gerade zum Yoga kommst, bevor du dich positiv weiterentwickelst. Fühle in dich hinein und frage auch immer gerne nach.
– Jeder kann unter Berücksichtigung der Yamas (1) und Niyamas (2) Yoga machen:
(1) Yamas: Aparigraha – anhaftungslos, Brahmacharya – maßvoll, Esteya – nicht stehlen, Satya – ehrlich, Ahimsa – gewaltlos
(2) Niyamas: Sauca – Reinheit, Santosa – Zufriedenheit, Tapah – für die Sache brennen, Svādhyāya – Selbstreflexion, Iśvara-Praṇidhāna – mit Hingabe
Und so möchte ich diesen Artikel mit einem bekannten Zitat abschließen:
„Wer nicht jeden Tag etwas für seine Gesundheit aufbringt,
muss eines Tages sehr viel Zeit für seine Krankheit opfern.„ (Kneipp)












